TikTok überholt Instagram

The next big thing?

TikTok überholt Instagram

The next big thing?

Kennen Sie noch Lisa und Lena? Die zwei lustigen Zwillinge, die sich mal eben auf Platz 1 der Influencer getanzt haben? Und alles dank einem kleinen, startenden Phänomen namens musical.ly. Inzwischen hat sich einiges getan: Lisa und Lena sind eine etablierte Marke, die bereits vor der Volljährigkeit für sich ausgesorgt haben, musical.ly heißt inzwischen TikTok – und die Plattform ist schon lange kein Hidden Champion mehr!

Lange habe ich mich dagegen gewehrt, die App genauer unter die Lupe zu nehmen. „Nicht noch ein Hype der gefürchteten Generation Z!" Und vor allem: Eine Plattform in der ein paar lustige Homevideos zur Unterhaltung und Selbstdarstellung publiziert werden – wo ist da die Werberelevanz? Aber inzwischen habe ich dazugelernt: Mit einer Nutzerzahl von schätzungsweiße 26 Mio. im Monat – genaue Zahlen sind wie immer Mangelware im Kosmos der sozialen Planeten – darf man sich der App nicht mehr verschließen. Und schließlich hat eine gewisse App namens Instagram damals genauso angefangen.

Also ab in den App-Store, suchen, downloaden, öffnen – und erstmal staunen. Wer erinnert sich noch an das erste Mal mit Snap (damals noch Snapchat)? Auch hier musste ich die App downloaden, um „Up-to-date" zu sein, wie es so schön heißt. Doch während die Nutzerführung und der Sinn der App mir bis heute nicht klar ist, überrascht TikTok an dieser Stelle umso mehr. Die Plattform ist extrem einfach: In der Nutzung, im Design, in der Funktion. Ich nehme ein Video auf, lege meinen „Jam" darunter (oder folge der Welle des nächsten Hypes), schreibe meinen Text dazu und zack – es ist online. Gebündelt, sortiert und auffindbar gemacht werden die Videos über #hashtags. Ich kann Nutzern folgen und in den für mich vorgeschlagenen Video (der Algorithmus lässt grüßen) in Ruhe stöbern und mich inspirieren lassen. Also alles nichts neues, und trotzdem durch die Beschränkung auf Videos extrem spannend und unterhaltsam.

Und damit trifft die App auch den Zahn der Zeit - bzw. den der jungen Zielgruppe. Es geht um Spaß, Unterhaltung, Entertainment und darum sich in einer Community auszutauschen, in der die Uhren gleich ticken wie die eigenen. Dazu kommt: Es ist unverfänglich, leicht verdaulich und nimmt sich selber nicht so ernst. Was Snap mit den sich selbst löschenden Fotos damals losgetreten hat spiegelt sich heute in allen erfolgreichen Apps der Generation Z (und jünger!) wieder; ob Instagram-Stories, Jodel oder eben TikTok. Eines ist damit klar: Hier geht es um keinen Hype, sondern darum in den Takt der heutigen Jugend einzusteigen.

Und was bedeutet das für Marketer? Noch ist TikTok unverbraucht, noch kann man mit kreativen Ideen die junge Zielgruppe erreichen und sich von der Konkurrenz abheben. Auch öffnete TikTok zuletzt seine Tore zum eigenen Werbemarkt. Wer also auf Paid Media setzt, kann ebenfalls mitspielen. Zwar ist über die Streumöglichkeiten noch nicht so stark bekannt

– aber TikTok wird sich bestimmt die ein oder andere Idee der etablierten Social Networks abgeschaut haben.

TikTok ist damit eine neue, frische und unverbrauchte Alternative zu den Etablierten, um einer Zielgruppe aufzufallen, die sonst schon komplett an Werbung und Product Placements übersättigt ist.

Kein Wunder also, dass TikTok damit ganz trocken am bisherigen Platzhirsch der jungen Zielgruppe, Instagram, vorbeimarschiert ist. Galt Instagram schon seit langem als DAS Medium um die eigene Marke jung und frisch dem „Nachwuchs" zu präsentieren, steigt TikTok nun endgültig in den „Fight for the Youth" mit ein – und darf dabei nicht unterschätzt werden.

Wirklich empfehlenswert!

Ihr Kevin Walker

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